Herzgedanken


 

Weihnachten 2009 / Predigt
St. Johannes Schwerzen / Christmette 18.00 Uhr

Liebe Brüder und Schwestern!

Wir alle kennen das überaus beliebte Fernsehquiz: Wer wird Millionär? Quizmaster Günther Jauch versteht es auf seine Art bestens, mit den Kandidaten. Scheint er einerseits dem Mitspieler helfen zu wollen, reißt er ihn im nächsten Moment wieder in die totale Verunsicherung.

Das große Fernsehquiz geht für den Kandidaten in die Endrunde. Wir sind bei der alles entscheidenden Millionenfrage.
Langsam liest der Quizmaster die Frage vor: „Woher erlangen Menschen ihr Heil?
Antwort A: Durch Offenbarung von oben
Antwort B: Durch Versenkung nach innen
Antwort C: Durch Eingriffe von außen
Antwort D: Durch Begegnung."

Kaum hat der Moderator die Frage abgelesen, tritt zunächst Stille, dann allgemeine Unruhe im Fernsehstudio ein.

Als der Quizmaster auf seine Lösungskarte sieht, steht dort: „Für die Antwort müssen Sie sich selbst entscheiden. Bei richtiger Antwort gewinnen Sie das Leben."
Zugegeben, eine solche Frage wird es im Fernsehquiz niemals geben.
Eine richtige Antwort auf diese Frage wäre schließlich mehr wert, als eine Quizsendung als Gewinn vergeben kann. „Woher erlangen die Menschen ihr Heil? - Bei richtiger Antwort gewinnen Sie das Leben."

Trotzdem, wir wollen die einzelnen Antworten durch Auschlussverfahren einmal näher unter die Lupe zu nehmen.

„Antwort A: Durch Offenbarung von oben". Viele religiöse Menschen würden wohl dieser Antwort zuneigen. Für sie ist das Heil der Menschen abhängig von einer Macht über uns.
So ließ Gott nach dem Glauben der Muslime seine Offenbarung, den Koran, vom Himmel auf die Erde fallen. Das feiern Muslime in ihrer „heiligen Nacht", „Siehe, wir ließen den heiligen Koran niedersteigen zur herrlichen Nacht. Da stiegen Engel herab und der Geist auf ihres Herrn Geheiß mit der Ganzheit des Wortes" Koran, Sure 97.
Die „heilige Nacht" im Islam offenbart das göttliche Wort als ein unveränderliches Buch. Gottes Ewigkeit bricht ein in die Zeit der Menschen und bleibt davon doch unberührt, hoch oben.

„Antwort B: Durch Versenkung nach innen." Viele religiöse Menschen vor allem in Asien würden diese Antwort geben. Ihre Zahl nimmt auch bei uns zu.
Für sie ist das Heil der Menschen abhängig von etwas, das in der Tiefe des eigenen Selbst ruht und durch Versenkung nach innen erreichbar ist.
Modell dieser Versenkung ist nach der Überlieferung der Buddhisten die „heilige Nacht", in der der indische Prinz zum Buddha, zum Erleuchteten wurde. Nur in der totalen Versenkung nach innen gewinnt der Mensch das Heil.

„Antwort C: Durch Eingriffe von außen." Heute richtet sich die Sehnsucht vieler Menschen der westlichen Welt auf die (vagen) Heilsversprechungen der Biomedizin und Stammzellenforschung und all die wundersamen Eingriffsmöglichkeiten, die sie in Aussicht zu haben scheint. Der perfektionierte Körper wird zum Gegenstand einer fast religiösen Verehrung. Um sein Geheimnis zu entschlüsseln, soll es nichts geben, das dem Licht der wissenschaftlichen Technik entzogen bleibt. Keine heilige Nacht hier, nur das künstliche Licht der Laboratorien. Die Medizin bringt dem Mensch das Heil.

Und nun die richtige Antwort, die Antwort der Heiligen Nacht, der Weihnacht.
„Woher erlangen die Menschen ihr Heil"? Die Antwort des christlichen Glaubens.
„Antwort D: Durch Begegnung." Die Heilige Nacht, an die wir Christen glauben, verkündet nicht die Aufhebung unserer menschlichen Nächte: weder durch das Licht eines unberührbaren Gottes von oben noch durch den Funken der Erleuchtung von innen.

Auch nicht durch die Abschaffung allen Leidens durch eine alles beherrschende Medizin von außen.
Die Heilige Nacht, an die wir Christen glauben, verkündet einen Gott, der in unseren Nächten unter uns sein will, damit Begegnung geschieht: Gott selbst wird Mensch und setzt Menschen in Bewegung. Eltern verlassen ihr Zuhause, Hirten ihre Erwerbsgrundlage, ja, Engel verlassen ihren Himmel - und begegnen einander. In diesen Begegnungen geschieht das Heil, an das wir glauben.
Gott selber ruft zur Begegnung mit dem göttlichen Kind. Weihnachten bedeutet: meine Begegnung mit dem menschgewordenen göttlichen Kind. Und diese Begegnung verändert, sie verändert die Welt von Grund auf, damals und heute. Es ist die Begegnung der Liebe.

Denn wusstest du schon, dass die Nähe eines Menschen gesund machen, krank machen, tot oder lebendig machen kann.

Wusstest du schon, dass das Zeit haben für einen Menschen mehr ist als Geld, mehr als Medikamente unter Umständen mehr als eine geniale Operation.

Wusstest du schon, dass das Wegbleiben eines Menschen sterben lassen kann, dass das Kommen eines Menschen wieder leben lässt.

Christus der Retter ist da. Uns ist ein Kind geboren. Wir können ihm begegnen.

Das ist Heilige Nacht: „Allen, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.

„Einen Menschen lieben heißt, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat" (Dostojewskij)

 

Wer bin ich? Letztlich erkennt sich der Mensch nur in seinem Gegenüber - wenn er wahr ist. Im Alltag ist es oft schwer der Routine zu entkommen - funktionieren ist angesagt!
Wir möchten hier, im „purpur" Raum geben, einfach zu „sein"....ganz pur.

Am Anfang meines Weges stand der Tanz. Ob auf Papa´s Füssen oder mit bunten Tüchern im rosa Petticoat - Tanz ist meine Leidenschaft! Die Einheimischen mögen sich an manchen „Bunten Abend" erinnern...
Mich spüren im Tanz war Bewegung und gleichzeitig zur Ruhe kommen in mir selbst.
Und dann ist da das Singen. Von Kindheit an gemeinsam in der Familie, im Kirchenchor, mit den Kindern im Kindergarten und natürlich mit meiner eigenen Musik auf der Bühne.
Schritt für Schritt komme ich meiner Wahrheit näher, zu sein, die ich bin.
Tanzend und singend habe ich meinen Mann, Thomas kennen gelernt und gemeinsam wollen wir diese Freude am „Sein" weitergeben. Das ist Abenteuer und Geborgenheit zugleich
Ich glaube fest daran, dass der Weg in unsere neue Zeit nicht von Politikern oder anderen „Großen" der Welt bereitet wird, sondern von aufrechten, wahrhaftigen Menschen, die mutig ihr Tun verantworten, die die eigene Würde und die des Anderen achten und so einfach Schritt für Schritt der werden, den Gott gemeint hat.
Deshalb...

Tanze als würde Dich keiner sehen

Singe, als würde Dich keiner hören

und lebe, als wärest Du niemals verletzt worden.

© 2009 - 2010 Anita Althaus